Diät, Diätassistent

Diätassistent ist – im Gegensatz zum ungeschützten Begriff des Ernährungsberaters – die geschützte Bezeichnung für einen Medizinalfachberuf. Die früher zweijährige und heute dreijährige Ausbildung erfolgt an staatlich anerkannten Schulen und wird mit einer Examensprüfung abgeschlossen.

Aufgaben

Die Aufgaben des Diätassistenten liegen in der Beratung in Fragen der Ernährung, der Auswahl geeigneter Diätkost, der Berechnung von Nährstoff-, Mineralstoff- und Vitamingehalt der Speisen und der Überwachung von deren Zubereitung. Diätassistenten beraten Patienten und gegebenenfalls auch deren Angehörige über die praktische Durchführung von ärztlich verordneten Diäten, begleiten sie nach Möglichkeit über die gesamte Diätzeit und entwickeln gemeinsam mit ihnen ein individuelles Langzeitdiätprogramm. Weitere Aufgabengebiete sind Präventionsprogramme rund um die gesunde Ernährung, die Durchführung klinischer Studien oder die Betreuung künstlich ernährter Patienten.

Beschäftigung

Diätassistenten sind meist in Krankenhäusern, Reha-Kliniken und ähnlichen Einrichtungen, aber auch immer öfter selbstständig und in Arztpraxen oder bei Krankenkassen tätig. Der therapeutische Bereich und der Gesundheitstourismus bieten weitere Möglichkeiten.

Als Fachkraft stellt der Diätassistent eine wichtige Verbindung zwischen Arzt, Patient und Angehörigen dar.

Weblinks

Der VDD (Verband der Diätassistenten) vertritt als Berufsverband die Interessen der Diätassistenten in Deutschland.

Diät, Horst Bickel

Horst Bickel (* 18. Juni 1918 in Hamburg, † 1. Dezember 2000 auf Rügen) war ein deutscher Kinderarzt.

Werk

Als Assistent des schweizerischen Kinderarztes Guido Fanconi beschrieb er mit diesem zusammen 1949 erstmalig ein seltenes Syndrom mit der Kombination einer krankhaft vermehrten Speicherung von Stärke (Glykogen) in der Leber und den Nieren (Glykogenose), einer beeinträchtigten Funktion der Sammelröhrchen in der Niere und einer gestörten Ausnutzung der Zuckermoleküle Glukose und Galaktose. Die autosomal-rezessiv erbliche Erkrankung wurde später als Fanconi-Bickel-Syndrom bezeichnet.

In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte Horst Bickel maßgeblich eine Diät zur Behandlung der angeborenen Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie und bewies damit, dass die Erkrankung durch eine Reduktion der verursachenden Aminosäure Phenylalanin behandelbar ist. Nachdem Robert Guthrie 1963 eine Screening-Methode für diese häufigste angeborene Stoffwechselerkrankung entwickelt hatte, war es sein Verdienst, dass dieses Screening in den 1970er-Jahren auch für alle Neugeborenen in Deutschland zum Standard wurde. Von 1967-1987 war Horst Bickel Ordinarius für Kinderheilkunde an der Universität Heidelberg.

Weblinks

Horst Bickel bei whonamedit.com

Kohlsuppen diät, Markert-Diät

Die Markert-Diät ist eine Diät zur Gewichtsabnahme, die von dem Anästhesisten und Heilpraktiker Dieter Markert erfunden wurde und von ihm vermarktet wird. Dabei handelt es sich genau genommen jedoch nicht um eine Diät, sondern um eine Form des Fastens. Mittlerweile hat Markert aber auch eine “neue Markert-Diät” publiziert, bei der nicht nur getrunken, sondern auch etwas gegessen wird.

Das Prinzip

Bei der ursprünglichen Markert-Diät, die Mitte der 1990er Jahre als Buch auf den Markt kam, handelt es sich um eine reine Trinkfastenkur, bei der pro Tag maximal 500 Kalorien aufgenommen werden. Getrunken wird außer Gemüsebrühe und Säften ein Eiweiß-Drink (Almased), der in Apotheken verkauft wird. Das Präparat besteht zur Hälfte aus Soja- und Milcheiweiß. Auf diese Weise werden pro Tag etwa 60 Gramm Eiweiß aufgenommen, was den sonst unvermeidlichen Abbau von Muskeleiweiß während einer Fastenkur verhindern soll. Außerdem sollen Hungergefühle vermieden werden können und der Blutzuckerspiegel niedrig gehalten werden. Markert verspricht, dass bei dieser Diät pro Woche bis zu 5 Kilo reines Körperfett abgebaut würden. Die Gemüsebrühe soll Antioxidantien liefern, um freie Radikale zu bekämpfen, denn diese hemmen laut Markert den Fettabbau. Wichtig ist außerdem ein Sportprogramm während der zweiwöchigen Fastenphase, um den Energiebedarf zu steigern.

Die Theorie

Laut Markert hat das Eiweiß-Präparat einen Einfluss auf die Hormonproduktion der Schilddrüse, die dazu angeregt werde, verstärkt das Hormon Triiodthyronin (T3) zu bilden. Die Folge sei die Ankurbelung des Stoffwechsels und die Förderung der Fettverbrennung. Bei der Markert-Diät sinke daher der Grundumsatz des Körpers nicht, wie sonst beim Fasten generell zu beobachten. Markert behauptet, diesen Effekt durch eigene Studien nachweisen zu können. Die von ihm veröffentlichten Graphiken widerlegen aber diese Behauptung; die T3-Konzentration sinkt während des Fastens trotz Eiweißpräparat kontinuierlich ab. Eine unabhängige Studie widerspricht ebenfalls dieser Theorie.

Markert geht bei seinen Berechnungen zum Gewichtsverlust durch Fettabbau von einem täglichen Kalorienbedarf von 2400 Kalorien aus; der tatsächliche Bedarf ist jedoch individuell unterschiedlich und liegt zumindest bei den meisten Frauen deutlich niedriger.

Nach der Fastenphase soll es angeblich möglich sein, das Wunschgewicht ohne besondere Einschränkungen beim Essen zu halten, sofern regelmäßig weiterhin das Eiweiß-Präparat eingenommen wird. Es sorge dafür, den Stoffwechsel auf hohem Niveau zu halten.

Die neue Markert-Diät

Möglicherweise als Reaktion auf deutliche Kritik von Ernährungswissenschaftlern hat Markert inzwischen Die neue Markert Diät veröffentlicht. Dabei handelt es sich jetzt nicht mehr um eine Fastenkur, sondern um eine unterkalorische Diät. Morgens und mittags sollen Obst und Gemüse gegessen werden sowie pflanzliche Fette. 40 Prozent der Nahrung sollen aus komplexen Kohlenhydraten bestehen, 20 Prozent aus Eiweiß. Das Abendessen besteht aus einem Eiweiß-Drink mit Iod und Carnitin. Auf diese Weise werden pro Tag etwa 1000 Kalorien aufgenommen. Sport spielt bei dieser Diät auf einmal keine Rolle mehr.

Diät, Jojo-Effekt

Als Jo-Jo-Effekt bezeichnet man eine unerwünschte – insbesondere schnelle – Gewichtszunahme am Ende einer Diät. Bei wiederholten Diäten kann sich das Gewicht wie ein Jo-Jo auf und ab bewegen, wobei das neue „Endgewicht“ oft höher ist als das Ausgangsgewicht.

Ursachen

Ursachen für den Jo-Jo-Effekt liegen zum einen in einer zu radikalen Unterversorgung mit Kalorien. Der Körper passt sich an die niedrige Kalorienzufuhr an und schaltet auf „Sparflamme“, um sein Überleben zu sichern. Zum anderen wird neben Fett auch Muskelgewebe abgebaut. Da es sich hierbei um Gewebe handelt, das permanent (auch in körperlicher Ruhe) Energie verbraucht, sinkt bei einer Reduktion von Muskelgewebe auch der Grundumsatz.

Beide Effekte zusammen sind die Grundlage für eine schnelle Gewichtszunahme, wenn am Ende der Diät die alten Ernährungsweisen wieder aufgenommen werden.

Verhütung

Der Jo-Jo-Effekt kann aufgehalten werden, wenn die Diät nicht zu radikal angegangen wird. Auf diese Weise lässt sich vermeiden, dass der Körper in sein Notprogramm umschaltet. Außerdem muss es zu einer dauerhaften Ernährungsumstellung kommen, die die bisherigen Ursachen für das Übergewicht vermeidet. Sinnvoll ist es, am Ende einer Reduktionsdiät die Kalorienzufuhr langsam und über Wochen anzuheben, bis das erreichte Gewicht gehalten wird. Durch Sport und jede Form von körperlicher Bewegung lässt sich der tägliche Kalorienbedarf heben. Insbesondere wird durch Kraftsport zusätzliche Muskelmasse aufgebaut und der Grundumsatz dauerhaft angehoben.

Relatives Gleichgewicht

Der Zusammenhang zwischen aufgenommener Kalorienmenge und verwerteter Kalorienmenge ist nicht linear. Er hängt sowohl von der Art und Zusammensetzung der Nahrung (Fett, Kohlenhydrate, Eiweiße) als auch von der Stoffwechsellage ab. Im Normalfall gibt es ein relatives Gleichgewicht zwischen Körpergewicht und Nahrungsaufnahme. Der Körper „erinnert“ sich aber an Zeiten der Nahrungsknappheit und versucht diese zukünftig zu verhindern, indem er mehr Reserven anlegt, sobald er kann. (Die Art des Stoffwechsels ändert sich.) Eine Vergleichsgruppe von Freiwilligen erhielt zeitweise (einige Monate lang) nur die Hälfte der Nahrungsmittel der Kontrollgruppe. Später erhielt sie die gleiche Nahrungsmenge. Das ursprüngliche Gewicht wurde nicht nur relativ schnell aufgeholt, sondern übertroffen.

Kohlsuppen diät, Formula-Diät

Als Formula-Diät wird eine Diät bezeichnet, bei der die Mahlzeiten ganz oder teilweise durch Fertigdrinks oder mit Flüssigkeit anzurührende Nährstoffpulver ersetzt werden. In der Regel werden die Produkte in mehreren Geschmacksrichtungen angeboten. Die aufgenommene Kalorienmenge beträgt bei der Ernährung nur durch Formula-Produkte täglich maximal 1200 Kilokalorien (kcal), was einen schnellen Gewichtsverlust bei Übergewicht herbeiführen soll.

Produkte für Formula-Diäten fallen unter § 14 der deutschen Diät-Verordnung. Diese schreibt für die Produkte einen maximalen Gehalt von 400 kcal pro Mahlzeit vor sowie den enthaltenen Anteil an Kohlehydraten, Fett und Protein, wobei die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung einzuhalten sind. Außerdem müssen Vitamine sowie die Mineralstoffe Calcium und Eisen enthalten sein, um eine Unterversorgung auszuschließen.Die Formuladiät als Hilfsmittel in der Kombinationstherapie von Adipositas (pdf)

Sollen alle Mahlzeiten durch die Formula-Produkte ersetzt werden, ist gesetzlich der Hinweis „Darf ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Wochen verwendet werden“ vorgeschrieben. Von Ernährungswissenschaftlern und Medizinern werden Formula-Diäten nur bei Adipositas-Patienten mit einem Body-Mass-Index über 30 als Einstieg in ein Gewichtsreduktionsprogramm befürwortet. Es gibt einige ärztlich begleitete Abnehmprogramme, bei denen in der Einstiegsphase Formuladrinks eingesetzt werden. Der Schwerpunkt dieser Programme liegt jedoch auf Veränderung des Ernährungsverhaltens und Bewegung.

Die Hersteller versprechen bei ausschließlicher Ernährung mit den Instantprodukten eine Gewichtsabnahme von acht bis zwölf Kilogramm in vier Wochen. Einige vertreiben ihre Produkte ausschließlich über so genannten Strukturvertrieb.

Bewertung und Kritik

Die Zubereitung der Mahlzeiten ist sehr einfach und unkompliziert, es sind keine Tabellen zur Berechnung von Kalorien o.ä. erforderlich. Da die Nahrung fast ausschließlich flüssig oder breiförmig ist, vermissen die meisten Anwender nach einiger Zeit das Kauen fester Nahrung, außerdem wird der Geschmack sehr bald als eintönig empfunden.Medizinische Bewertung von Formula-Diäten Die Gewichtsabnahme entspricht der anderer stark unterkalorischer Diäten. Der Eiweißanteil verhindert einen Abbau von Muskelmasse während der Diät und dämpft das Hungergefühl.Netdoktor zu Formula-Diäten

Eine komplette Formula-Diät ist in der Regel teurer als die Ernährung mit normalen Lebensmitteln. Da mit diesen Produkten das Ernährungsverhalten nicht umgestellt wird, ändert sich an den Ursachen für das Übergewicht nichts, es gibt keinen Lerneffekt. Durch die niedrige Kalorienzahl während der Diät und die Umstellung des Körpers auf den Hungerstoffwechsel droht im Anschluss der bekannte Jojo-Effekt, so dass das Ausgangsgewicht meistens sehr schnell wieder erreicht ist. In vielen Produkten sind kaum Ballaststoffe enthalten, so dass Verstopfung die Folge sein kann.

Quellen

Diät, Jabugo

Jabugo ist ein Dorf in der spanischen Provinz Huelva (Andalusien).

Es liegt in der Sierra de Aracena. Jabugo hat 2475 Einwohner (Stand 2005) und erstreckt sich über eine Fläche von 25 km².

Es ist vor allem für seinen Schinken bekannt ist. Dieser wird aus den “pata negras”, den schwarzen Schweinen gewonnen. Diese halbwilden Schweine leben im Freien und ernähren sich von den Eicheln der Korkeiche. Diese Diät verleiht dem Schinken sein köstliches Aroma.

Diät, Kohlsuppendiät

Die Kohlsuppendiät, auch Krautsuppendiät oder Magic Soup-Diät genannt, ist eine Diät zur Gewichtsreduktion, bei der ausschließlich Kohlsuppe gegessen wird. Sie gilt als Crashdiät.

Sie basiert auf der Annahme, dass durch die Ernährung mit Kohlsuppe mehr Kalorien verbrannt werden, als dem Körper zugeführt werden. Es sind zahlreiche Rezepte zu finden, die alle mehr oder weniger schwer verdauliches Gemüse wie zum Beispiel Zwiebeln, Kohl, Weißkraut usw. enthalten. Davon darf man dann soviel man will essen und das zu jeder Tageszeit.

Die Gewichtsreduktion rührt allerdings tatsächlich daher, dass bei dieser Diät ein kalorienarmes Lebensmittel verzehrt wird. Zusätzlich wird viel Wasser ausgeschieden und Muskelmasse abgebaut. Da bei dieser Diät zu wenig Eiweiß aufgenommen wird, ist der Körper gezwungen das lebensnotwendige Eiweiß durch Abbau von Muskelmasse zu gewinnen. Da nur wenig Fettgewebe abgebaut wird und der Übergewichtige nicht lernt, sich ausgewogen und kalorienarm zu ernähren, ist der Diäterfolg nur von kurzer Dauer. Ein bald wieder eintretende Gewichtszunahme ist daher wahrscheinlich.

Die einseitige Ernährung, die dieser Diät zugrunde liegt, wird von Ernährungswissenschaftlern und Medizinern abgelehnt und als ungeeignet zur dauerhaften Gewichtsabnahme angesehen.

Diät, Haemoccult

Haemoccult(-Test) bezeichnet sowohl das Testverfahren als auch ein Produkt zum Nachweis von makroskopisch nicht sichtbarem (okkultem) Blut im Stuhl.
Die Stuhlprobe wird auf ein mit Guajakharz imprägniertes Filterpapier gestrichen und anschließend Wasserstoffperoxid-Lösung aufgetropft. Bei Anwesenheit von kleinsten Mengen Blut im Stuhl kommt es zur Blaufärbung des Teststreifens.

  • falsch-positiv durch Fleisch-Diät (Myoglobin); Eisen/Kupfer-Medikamente; Zahnfleisch-, Nasen-, Hamorrhoidalblutungen
  • falsch-negativ durch Ascorbinsäure

Siehe auch: Guajak-Test, Haematoporphyrin-Test, Tumor M2-PK

Diät, Kreta-Diät

Die Kreta-Diät, oft auch Mittelmeer-Diät genannt, ist eine Ernährungsform, die inspiriert ist von der traditionellen Küche in den verschiedenen Mittelmeer-Ländern, die umgangssprachlich oft als Mittelmeerküche bezeichnet wird; sie ist aber nicht mit dieser identisch. Die Ernährungsweise in diesen Ländern gilt als besonders gesund, da mehrere Studien in den vergangenen Jahrzehnten ergeben haben, dass die Bewohner der Mittelmeer-Regionen seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden und gerade die Menschen auf der Insel Kreta eine über dem europäischen Durchschnitt liegende Lebenserwartung haben.

Die als Mittelmeer-Diät publizierten Ernährungsempfehlungen entsprechen jedoch nicht der tatsächlichen Alltagskost in Ländern wie Spanien, Italien und Griechenland und auch nicht der heute üblichen auf Kreta. Die Bezeichnung ist vor allem ein Marketingbegriff von Autoren bzw. ein Schlagwort für eine bestimmte Ernährungsform.

Diät-Prinzipien

Die unter dem Begriff Kreta-Diät oder Mittelmeer-Diät publizierten Ernährungsempfehlungen stellen eine spezielle Auswahl von Lebensmitteln dar, die im Mittelmeerraum regelmäßig gegessen werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Gemüse, Salat, Obst, Fisch, Knoblauch, wenig rotem Fleisch, der Verwendung von Olivenöl sowie täglich maximal einem Glas Rotwein. Die Zubereitungsempfehlungen unterscheiden sich jedoch stark von der traditionellen Mittelmeerküche, in der grundsätzlich reichlich Fett zum Braten verwendet und häufig Frittiertes gegessen wird. Durchschnittlich konsumiert jeder Einwohner Kretas 31 Liter Olivenöl pro Jahr.GEO Ausg. 04/2005, S. 33 Nur in Küstengebieten und auf Inseln dominiert tatsächlich der Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten; es wird auch deutlich mehr Wein konsumiert.

Es gibt Varianten der Mittelmeer-Diät, die speziell als Reduktionsdiät beworben werden, grundsätzlich handelt es sich jedoch um eine ausgewogene Mischkost, die als Dauerernährung konzipiert ist. Ohne entsprechende Kalorienreduzierung ist von dieser Kost keine Gewichtsabnahme zu erwarten.

Studien

Die erste Studie, die Hinweise auf eine besonders gesunde Lebensweise auf Kreta gab, war die sogenannte „Sieben-Länder-Studie“ von Ancel Keys in den 1950er und 1960er Jahren über einen Zeitraum von 15 Jahren. Dabei wurde die Häufigkeit von Gefäß- und Krebserkrankungen in mehreren Ländern untersucht. Die geringste Krankheitsrate gab es damals auf Kreta, außerdem war die Lebenserwartung der Menschen signifikant höher. Es gab kaum Fälle von Arteriosklerose und deutlich weniger Herzinfarkte als im Durchschnitt.WDR-Bericht zur Kreta-Diät Laut WHO starben in den 1980er Jahren in den USA fast 40-mal mehr Menschen an Erkrankungen der Herzkranzgefäße als auf Kreta.Quarks & Co. Aufgrund dieser Ergebnisse kamen Wissenschaftler zu der Überzeugung, dass die Ernährung hierfür ausschlaggebend sei, die daher in den Mittelpunkt des Interesses rückte. Vor allem dem reichlich verwendeten Olivenöl wurde gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben, da es den Cholesterinspiegel nicht erhöht.

Als weiterer Beleg für die gesundheitsfördernde Wirkung der Mittelmeer-Diät wird häufig die „Lyon Diet Heart Study“ in den 1990er Jahren genannt, bei der Herzinfarktpatienten in zwei Gruppen eingeteilt und vier Jahre lang beobachtet wurden; eine davon ernährte sich nach der Kreta-Diät. Als Ergebnis wurde ermittelt, dass die „Kreta-Gruppe“ weniger Reinfarkte erlitt und das kardiovaskuläre Risiko um 50 Prozent niedriger sei. Allerdings ergab diese Studie auch, dass diese Ernährungsform nicht wie erwartet den Cholesterinspiegel beeinflusste, auch nicht den Blutdruck und den Body-Mass-Index. Meistens wird auch nicht erwähnt, dass bei dieser Studie das Olivenöl teilweise durch Rapsöl ersetzt wurde, das in der Mittelmeerküche gar nicht verwendet wird. Rapsöl hat eine ganz andere Zusammensetzung als Olivenöl und enthält deutlich mehr Alpha-Linolensäure.Infos zur Lyon-Studie

Im Jahr 2003 veröffentlichten Forscher der Universität Athen (Antonia Trichopoulou u.a.) Ergebnisse, bei der die aktuellen Ernährungsgewohnheiten in Griechenland und anderen Ländern in Bezug gesetzt wurden zur Sterblichkeit und zu Herzerkrankungen. Dabei wurde festgestellt, dass ausgeprägte Mittelmeer-Kost die Lebenserwartung verlängert, und zwar bei einem 60-jährigen Mann statistisch um ein Jahr.Deutsche Ärztezeitung (2005) Nach einer amerikanischen Studie, deren Ergebnis 2006 veröffentlicht wurde, verringert diese Kost auch signifikant das Risiko, an Alzheimer zu erkranken.Deutsches Ärzteblatt (2006) Selten wird in Publikationen darauf hingewiesen, dass die griechische Studie zwar einen lebensverlängernden Effekt der Mittelmeer-Diät für Griechenland und Spanien zeigte, jedoch keinen für Menschen in Deutschland und der Niederlande, wenn sie sich gemäß dieser Kostform ernährten. Im Gegenteil starben deutsche Anhänger dieser Ernährungsweise statistisch sogar früher. Auf dieses Ergebnis wird in der Studie jedoch nicht näher eingegangen.Bericht der Welt: Die Mittelmeerdiät nützt nur am Mittelmeer (2005)

Quellen

Diät, Ketogene Diät

Die ketogene Diät ist eine streng kohlenhydratlimitierte, protein- und kalorienbilanzierte und deshalb fettreiche Form der diätetischen Ernährung, die den Hungerstoffwechsel in bestimmten Aspekten imitiert. Durch sie bezieht der Körper seinen Energiebedarf jedoch nicht aus Körperfett (wie beim Hungern) sondern aus Nahrungsfett. Ketogene Diät wird als Therapieverfahren vor allem bei Kindern mit pharmakoresistenter Epilepsie, Glukosetransporterstörung und Pyruvatdehydrogenasemangel eingesetzt. Sie muss individuell berechnet und ärztlich überwacht werden. Eine nicht medizinisch induzierte Sonderform der ketogenen Diät sind so genannte Low Carb-Diäten wie die Atkins-Diät.

Wirkung

Proteine können im Stoffwechsel ca. zu 50% und Fette nur zu ca. 10% (nämlich ihr Glycerinanteil) wie die verschiedenen Kohlenhydrate zu Glucose umgebaut werden, um den Blutzuckerspiegel aufrecht zu erhalten und so vor allem das Gehirn mit Energie zu versorgen. Im Hungerzustand greift der Körper zunächst auf seine Glykogenvorräte (eine Speicherform der Kohlenhydrate) zurück und stellt sich dann zunehmend auf einen Hungerstoffwechsel um. Dieser ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass Fettsäuren in der Leber zu Ketonkörpern abgebaut werden, die dann den Energiebedarf vor allem auch des Gehirns (welches ansonsten auf Glukose als einzige Energiequelle angewiesen ist) auf alternative Weise effizient decken sollen. Der angestrebte Zustand heißt Ketose.

Indikationen

Neben Patienten mit einer Glukosetransporterstörung oder einem Pyruvatdehydrogenasemangel kann bei Patienten mit Epilepsie, bei denen bisher mehr als zwei antikonvulsive Medikamente nicht ausreichend gewirkt haben und bei denen ein epilepsiechirurgischer Eingriff nicht in Frage kommt, der Einsatz der ketogenen Diät überlegt werden. Sie kann bei unterschiedlichen Anfallsformen, Epilepsieursachen und Altersbereichen bis zum Jugendalter angewandt werden, scheint jedoch jenseits des etwa 8. bis 12. Lebensjahres an Wirksamkeit zu verlieren und schwieriger durchführbar zu sein. Bei Säuglingen unter einem Jahr ist sie ebenso anwendbar, wie bei Kindern jenseits des ersten Lebensjahres. Gute Einzelfallerfahrungen gibt es bei der Behandlung des Rett-Syndroms, des Landau-Kleffner-Syndroms und des Ohtahara-Syndroms.

Nach Brom (1857) und Phenobarbital (1910) wurde die ketogene Diät erstmals 1921 gezielt als damals dritte antikonvulsive Therapieoption eingeführt. Man hatte beobachtet, dass Hungern bei vielen Epilepsiepatienten günstig auf die Anfallssituation wirkt und versuchte, den Zustand des Kohlenhydratmangels beim Hungern mit genügender Kalorien- und Proteinzufuhr zu kombinieren.

Berechnung, Durchführung

Für eine ketogene Diät wird der Energiebedarf (30-80 kcal/kg je nach Alter und Energieumsatz) und der Proteinbedarf (0,7-2 g/kg je nach Alter) berechnet und dann die sogenannte „ketogene Ratio“ (typischerweise 3 - 4,5 : 1) festgelegt. Die ketogene Ratio bestimmt das Gewichtsverhältnis von Fett zu Kohlenhydraten + Proteinen. Eine ketogene Ratio von 4:1 beispielsweise bedeutet, dass die Nahrung zu 80% Gewichtsanteilen aus Fetten bestehen muss. In den restlichen 20% Gewichtsanteilen muss eine den Bedarf deckende Proteinmenge untergebracht werden. Dementsprechend dürfen Kohlenhydrate nur in minimalen Mengen aufgenommen werden, um eine wirksame Ketose aufrechtzuerhalten. Eine Ketose infolge eines willkürlich herbeigeführten Kohlenhydratmangels wird durch die Zufuhr geringer überzähliger Kohlenhydratmengen innerhalb kurzer Zeit durchbrochen, was wieder zu vermehrten Anfällen führen kann. Dieses strenge Diätregime erfordert eine sorgfältige Indikationsstellung, einige Detailkenntnisse und eine enge Zusammenarbeit zwischen Behandlungsteam und Patienten, ihren Bezugspersonen (z. B. Eltern) und ihrem sozialen Umfeld. Die Diätverschreibung muss vom Arzt wiederholt an den Verlauf und den daraus erkennbaren Bedarf angepasst werden. Die sachgerechte Durchführung der Diät muss über die Urin- und/oder Blutketose (ähnlich wie bei der Blutzuckerüberwachung bei Diabetikern) überwacht werden.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind vor allem Verdauungs- bzw. Stuhlgangsprobleme. Ferner kommt manchmal vermehrt Müdigkeit vor allem in den ersten zwei Wochen der Stoffwechselumstellung vor, während danach häufig eine bessere Wachheit folgt. Zudem kommen vor: Nahrungsverweigerung oder Hunger und damit zusammenhängende psychische Probleme (Hypercholesterinämie (schlüssige Langzeitstudien zu dieser Nebenwirkung existieren nicht, eine ketogene Diät ist aber nicht mit einer „Fettmast“ gleich zu setzen, da die Kalorien limitiert sind). Selten bis sehr selten sind gehäufte Infekte, Thrombozytenfunktionsstörungen mit Blutungsneigung, Hypocalciämie und Herzrhythmusstörungen (demaskiertes Long-QT-Syndrom). Gelegentlich kommen Nierensteine vor (regelmäßige Prüfung über den Urinstix auf Blut). Bestimmte unerkannte seltene Stoffwechselstörungen (v.a. Defekte der Ketolyse und Ketogenese, Fettabbausstörungen, Carnitinmangel-Syndrome etc.) können in der Anfangsphase der ketogenen Diät plötzlich und u. U. lebensbedrohlich dekompensieren, weshalb hier eine sachkundige Vordiagnostik / Anamnese und (stationäre) Überwachung des Beginnes notwendig ist. Insgesamt ist das Nebenwirkungsprofil etwas günstiger als bei einer intensiven pharmakologischen antikonvulsiven Therapie.